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Begleiten wir den Narr weiter auf seinem Weg. Die dritte
Etappe ist der Weg der Weisheit. Er beginnt den Weg mit der Karte des
Teufels und endet bei der Karte 21, der Welt.
XV. Der Teufel
Sein Wesen: Willkür, Haß, Wut,Verblendung,
Leidenschaft, Unordnung, Egoismus, Unordnung, Gleichgültigkeit
Der letzte Weg des Narren, der Weg der Weisheit, beginnt
ausgerechnet mit dem Teufel, mit der Versuchung, der wir ein Leben lang
ausgesetzt sind. Wir sehen eine gehörnte Gestalt mit Flügeln,
ein Tier, ein Symbol für den Teufel. Er beherrscht zwei angekettete
Figuren, einen Mann und eine Frau, die, immer wieder der Versuchung
ausgesetzt, jedesmal einer neuen Prüfung unterzogen werden. Die
Menschen ketten sich immer fester an den Dämon, weil sie seinen
Versprechungen und Gelüsten folgen. Diese Karte weist auf die Kraft
des Instinkts hin, der sich positiv wie negativ zeigen kann.
XVI. Der Turm
Sein Wesen: Zerstörung, Erkenntnis, Fall,
Läuterung, Erneuerung, Vermessenheit, Katastrophe, Denkanstoß,
Demaskierung
Die Krone des Turms wird von einem Blitz getroffen
und sie fällt hinunter. Türme sind etwas besonderes. Die Menschen
wollten schon immer mit Türmen dem Himmel näherkommen. Türme
boten Sicherheit und man konnte sich in ihnrn bequem niederlassen. Hier
aber hat das Schicksal zugeschlagen, es schickt einen Blitz, dadurch
verändert sich das Leben. Es stürzen zwei Menschen aus dem
Turm, sie werden sicher unten ankommen, und werden den Turm wieder neu
aufbauen. Der Turm symbolisiert die Schicksalsschläge, die man
hinnehmen muß, um daraus für die Zukunft zu lernen.
XVII. Der Stern
Sein Wesen: Einsicht, Weissagung, Harmonie,
Hoffnung, Liebe, Schönheit, Selbsterkenntnis
Eine nackte Frau sitzt an einem See und gießt
aus Gefäßen Wasser in den See. Das Wasser stellt symbolisch
die Geburt dar, was noch durch den Baum im Hintergrund verstärkt
wird, der vom Wasser genährt wird. Am Himmel stehen acht Sterne,
wobei der große die Venus, den Stern der Liebe darstellen soll.
Die Sterne strahlen himmlische Energie auf die Erde, um sie zu nähren
und zu reinigen. Oft wird auch der menschliche Geist durch Wasser symbolisiert.
Die Krüge werden nicht mehr wie auf der Karte "Die Mäßigkeit"
umgeschüttet, man hat das Ende eines Erfahrungsprozesses erreicht.
Man hat erkannt, daß man nicht nur das Wahrnehmbare sieht. Dem
Erfahrenen ist bewußt, daß die unsichtbaren Sterne auch
bei Tag am Himmel scheinen. Somit kehrt der Mensch als entwickeltes
Ich zur Gottheit zurück, um auf einer anderen Ebene tätig
zu sein. Das zeigt auch der Vogel im Hintergrund an, der sich aufmacht
in den Himmel zu fliegen und die Erde zu verlassen.
XVIII. Der Mond
Sein Wesen: Sentimentalität, Aberglaube,
Irrtum, Vorurteil, Eigensinn, Sinnestäuschung, Materialismus, Empfindsamkeit,
Unbesonnenheit,
Die Karte zeigt den Himmel und die Erde. Im oberen
Teil der Karte zeigt sich der Mond mit einem Gesicht. Allerdings scheint
er sich nicht dafür zu interssieren, was unter ihm passiert. Sein
Bereich ist der Traum, der nächtliche Spaziergang der Fantasie.
Im Hintergrund rahmen zwei Türme ein Wasserbecken ein, sie bewachen
den Eingang zum Mond. Davor stehen zwei Hunde, die den Mond ankläffen,
weil sie mit ihm nichts anfangen können. Aus dem Wasser kriecht
ein Krebs, der sich anscheinend auf den Weg zum Mond befindet. Für
den Mond ist der Krebs im Wasser, das charakteristische Tier. Er symbolisiert
die Vergangenheit, die Schwangerschaft und die Fantasie. Desweiteren
beherrscht der Mond das Sternzeichen des Krebses. Die Welt des Traums
und der Passivität wird durch diese Karte symbolisiert. Der Mensch
empfängt Bilder, ohne daß er sie lenken kann. Dennoch sind
sie für ihn nützlich, denn sie nähren seine Fantasie.
Auf geistiger Ebene ist der Mond das Symbol für die Psyche, das
Nicht-Rationale, das Gefühlsmäßige im Menschen.
XIX. Die Sonne
Ihr Wesen: Lebenserfüllung, Idealismus,
Hingabe, Liebe, Glückseligkeit, Erleuchtung, Hingabe, Reinheit,
Licht
Die Sonne zeigt sich mit menschlichem Gesicht und schaut
auf alles hinunter. Die Karte zeigt ein nacktes Kind auf einem Pferd.
Es zeigt das irdische Glück an, welches unter dieser Sonne erreichbar
ist, die weibliche und männliche Verbindung. Diese Karte zeigt
Freude und Zuversicht und das baldige Ende unseres Weges. Diese Karte
symbolisiert Gleichgewicht und Erfolg bei allem, was mit der Materie
zusammen hängt. Sie zeigt Wärme, Wohlergehen, Licht, Lebensfreude
und Energie. Der Mensch strebt nach einer Verbindung zwischen innen
und außen. Dabei bestärkt und unterstützt ihn die Sonne,
auf die Kraft der Liebe zu vertrauen. Somit ist diese Karte die letzte,
die sich mit den Entwicklungsstufen des Daseins beschäftigt. Es
ist die Karte der Zuversicht und des Lebens.
XX. Das Gericht
Sein Wesen: Auferstehung, Begeisterung, Eingebung,
Erkenntnis, Wiedergeburt, Übersteigerung, Sieg
Ein Engel bläßt auf einer Trompete, die
zur Erde gerichtet ist. Vielleicht ist das das jüngste Gericht.
Die Wolke ist mit der unsichtbaren Welt verbunden, der Welt des Geistes.
Der Engel ist ein Geschöpf des Lichts, der die Toten aufruft, ein
neues Leben zu beginnen. Die Toten steigen nackt aus ihren Gräbern.
Diese auferstandenen Seelen zeigen die geistige Wiedergeburt, sie sind
ihrem Ziel wieder ein Stück näher. Die Persönlichkeit
wird durch die Wiedergeburt des Geistes verändert. Der Mensch verläßt
die alte Welt und betritt eine neue. Diese Karte symbolisiert immer
einen Neuanfang, egal in welcher Situation. Es ist nicht die Auferstehung
nach dem Tod, sondern die Auferstehung im Leben. Im Leben sterben wir
viele Tode, aber es geht immer wieder weiter.
XXI. Die Welt
Ihr Wesen: Umwandlung, Harmonie, Einheit, Vollkommenheit,
Mysterium, Erlösung, Selbstüberwindung, Selbstverwirklichung.
Dies ist die letzte Karte der großen Arcana.
In der Mitte sieht man die Mutter Erde. Sie tanzt nackt in Harmonie
mit dem Kosmos. Mit den Stäben in ihren Händen symbolisiert
sie die Einheit zwischen Himmel und Erde, den vier Elementen und die
Einheit der positiven und negativen Kräfte. Die Mutter Erde zeigt
die Vereinigung der Gegensätze. In den vier Ecken der Karte werden
die vier Elemente, Feuer (Löwe), Wasser (Adler), Luft (Engel) und
Erde (Stier) dargestellt. In diesem geistigem Zyklus ist Mutter Erde
aktiv, sie hat ihre Leidenschaften besiegt und löst sich vom Boden.
Aus dem Kampf ist nun der Mensch als Sieger hervorgegangen. Er hat seinen
Sieg durch eine geistige Umwandlung erreicht. Nur wer sich selbst verändert,
kann auch gewinnen.
Nun, da der Narr, den Weg der Erkenntnis und der Einweihung
gegangen ist, ist er auf einer höheren Stufe angekommen, von der
ein neuer Weg beschritten werden muß. Es ist ein ewiger Kreislauf,
der Weg geht unaufhörlich weiter, wie Sonne und Mond und die Erde
und die Sterne sich unaufhörlich bewegen. Der Narr in uns, wird
nie ganz überwunden, man muß immer wieder an sich arbeiten.


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