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Begleiten wir den Narr weiter auf seinem Weg. Die zweite
Etappe ist der Weg der Bewährung und der Reife. Er beginnt den
Weg mit der Karte der Kraft und endet bei der Mässigkeit.
VIII. Die Kraft
Ihr Wesen: Kraft, Macht, Entschlossenheit, Mut,
Energie, Intelligenz, Idee, Verwirklichung
Die Karte zeigt eine Frau, die einen Löwen bändigt.
Der Löwe mit aufgerissenem Maul ist das Sinnbild für brutale,
natürliche Kraft. Die Frau, die eine liegende Acht auf ihrem Haupte
hat, welche an die Unendlichkeit erinnert, bändigt den Löwen
nicht mit körperlicher Kraft, sondern mit der Kraft des Geistes;
der Kraft, die den Willen der Seele symbolisiert. Es ist der Sieg, des
Geistes über die Materie. Die Karte symbolisiert, daß der
sich in Gefahr befindende Mensch, immer noch Möglichkeiten hat
ihr zu entrinnen, wie man durch Kurzsichtigkeit oder Aggressionen entstehende
Fehler vermeidet und mit Überlegenheit handelt.
IX. Der Eremit
Sein Wesen: Methodik, Klugheit, Besonnenheit,
Enthaltsamkeit, Sparsamkeit, Genügsamkeit, Ispiration, Einsicht,
Diskretion, Einsamkeit
Die Karte zeigt einen alten Mann. Er hält in
der Hand einen Stab. Der Stab symbolisiert den Weg auf den er sich begeben
hat, einen Pilgerweg. Der Stab dient aber auch als Waffe sowie als Stütze.
In der rechten Hand hält er eine Laterne, sie verkörpert das
innere Licht, das der alte Mann braucht. Er befindet sich auf der Suche
nach der Wahrheit, die sein Innerstes mit göttlicher Weisheit erleuchten
wird. Demütig geht er seinen Weg, er will nicht demonstrieren,
daß sein Weg der einzig richtige ist, er folgt seinem inneren
Weg, der persönlichen Erkenntnis. Sein nach innen gerichtetes Wesen
sucht die Stille und die Einsamkeit, denn nur dort kann er die Geheimnisse
des Lebens entschlüsseln. Diese Karte symbolisiert einerseits den
Rückzug von der äußeren Welt in die Innere, um unbewußte
Kräfte zu aktivieren. Anderseits hilft die Karte auch den richtigen
Weg zu finden.
X. Rad des Schicksals
Sein Wesen: Uneinigkeit, Ehrgeiz, Lebenskraft,
Veränderung, Ohnmacht, Unbeständigkeit, Gelegenheit, Erfindungen
Im Mittelpunkt steht ein großes Rad, Symbol daß
sich alles dreht, im Himmel wie auf der Erde. Daß dem Licht die
Dunkelheit folgt und umgekehrt. Oben auf dem Rad, sitzt eine Sphinx
für das Symbol des ewigen Menschheitsrätsels vom Werden und
Vergehen. Somit symbolisiert das Rad den Kreislauf von Sonne, Mond und
unserer Erde. Wir sind ihm ausgesetzt, der Rhythmus des Kosmos lebt
in uns. Das Rad ist immer in Bewegung und zeigt einen Prozeß ständiger
Veränderung. Man muß seinem Leben Sinn und Inhalt geben,
denn wer sich nur von seinen Instinkten und Sinnen leiten läßt,
wird sich nicht geitig weiterentwickeln.
XI. Die Gerechtigkeit
Ihr Wesen: Gesetz, Ruhe, Ordnung, Urteilsfähigkeit,
Moral, Logik, Gewissen, Beständigkeit, Rechtfertigung, Gleichgewicht
Auf dem Thron sitzt eine Frau, die Farben Rot, Gelb
und Lila werden als die Farben des Geistes, der Intelligenz und des
Handels gesehen. Es fehlt jegliches grün, die Natur und die materielle
Welt. In der rechten Hand hält sie ein Schwert, welches nach oben
gerichtet ist, das Schwert der Gerechtigkeit und in der linken Hand
dieWaage. Auf dem Kopf trägt sie eine Krone ein Zeichen für
Macht und Kraft. Die Frau sitzt und symbolisiert somit Passivität.
Das erhobene Schwert in ihrer Hand ist nicht Sinnbild einer Bestrafung,
sondern das einer Drohung oder Ermahnung. Die Karte stellt aber nicht
eine Rechtsprechung über andere dar, sondern daß man über
sich selber urteilt. Es geht darum, die richtige Lebensbalance, seine
Mitte, zu finden oder nicht zu verlieren.
XII. Der Gehängte
Sein Wesen: Isolierung, Machtlosigkeit, Prüfung,
Ernüchterung, Träumerei, Identitätskrise.
Die Karte zeigt einen Jüngling, der sich kopfüber
an einen Baum gehängt hat. Durch das angewinkelte Bein und seinem
gelassenen und fröhlichem Gesichtsausdruck zeigt sich, daß
er sich freiwillig in diese Lage gebracht hat. Er beschaut sich die
Welt aus einer umgekehrten Sicht. Dadurch wird symbolisiert, daß
es wichtig ist, alles in Frage oder auf den Kopf zu stellen. Dreht man
die Karte auf den Kopf, steht der Jüngling auf festem Boden, was
eine starke Erdverbundenheit darstellt. Die Karte symbolisiert, daß
man alles von zwei Seiten betrachten kann und die andere Seite niemals
außer Acht lassen sollte.
XIII. Der Tod
Sein Wesen: Verhängnis, Verzicht, Abbruch, Ende,
Zersetzung, Erneuerung, Umwandlung, Enttäuschung, Relativierung
Die Karte mit der Unglückszahl 13 trägt außerdem
noch den Titel "Der Tod". Der Tod ist aber nicht der endgültige
menschliche Tod, er stellt vielmehr die kleinen Tode des menschlichen
Lebens dar, das Ende einer Partnerschaft, eine Kündigung usw. Es
geht immer um einen Abschluß, aber nie um das Ende des Lebens.
Allen ist daselbe Schicksal vorbestimmt, den gekrönten Häupten
sowie den einfachen Menschen. Was in der Welt wertvoll und von Bedeutung
ist, ist dem Tod fremd. Alles Irdische wird dem Erdboden gleich und
zu Staub. Am Ende steht aber immer ein Neuanfang, was durch das hell
erleuchtete Tor im Bildhintergrund gezeigt wird. Die Karte symbolisiert
Veränderungen, viel kann zerstört werden, gleichzeitig kündigt
sich aber eine Erneuerung an. Also ein durchaus positiver Aspekt.
XIV. Die Mässigkeit
Ihr Wesen: Teilung, Aufgeschlossenheit, Flexibilität,
Vielseitigkeit, Wiederverkörperung, Unbekümmertheit, Vereinigung
Die Karte zeigt eine Frauengestalt mit Flügeln,
vielleicht ein Schutzengel. In den Händen hält sie zwei Gefäße
und schüttet eine Flüßigkeit von dem einen in das andere
Gefäß. Das erinnert an die Tätigkeit eines Alchemisten,
der die Materie verwandelt. Das Wasser in den Kelchen symbolisiert den
Geist. Die Frau trägt ein Dreieck auf ihrem Gewand, welches symbolisch
darauf hinweist, daß der Geist die Materie durchdringt. Der Engel
ist sich der Wichtigkeit seines Handelns bewußt, was durch seinen
aufmerksamen Gesichtsausdruck deutlich wird. Das Umschütten des
Wassers zeigt die Erfahrung, die von Kelch zu Kelch weitergegeben wird.
Dabei geht kein Tropfen verloren und das Alte bleibt im Neuen enthalten.
Der Geist fließt wie das Wasser und durchdringt alles Leben. Wenn
man das Geistige kennenlernen will, muß man sich neuen Erfahrungen
öffnen. Wer für neue Lebensweisheiten nicht aufgeschlossen
ist, der bleibt unbeweglich und starr.


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