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Begleiten wir den Narr auf seinem Weg des Lernens,
den er über die ersten sieben Karten findet. Er lernt an den fünf
Persönlichkeits- und Autoritätskarten. Er muß sich dann
entscheiden und kann dann den Siegeswagen betreten.
I. Der Magier
Sein Wesen: Positivismus, Aktivität, Initiative,
Ausgewogenheit, Vernunft, Weisheit, Selbstbewußtsein, Kreativität,
Originalität
Die Karte zeigt den Beginn des Lernens, der Narr hat
sich zum Magier oder besser Lehrling gewandelt. Der Magier wird meist
als junger Mensch dargestellt. Vor ihm liegen die vier Symbole der Elemente,
Schwerter für Luft, Kelche für Wasser, Stäbe für
Feuer und Münzen für Erde. Meist befindet sich auch eine liegende
Acht über seinem Haupt oder als Hut. Sie symbolisiert die Unendlichkeit
des Lebens und Lernens. Zu seinen Füßen wachsen Pflanzen,
die an die Wiedergeburt denken lassen, an die schöpferische Kraft
der Natur. Der Magier trägt immer einen Stab. Er ist Sinnbild für
die Kreativität im Menschen. Durch seinen Stab kann er Dinge verändern,
verschwinden lassen oder neu erschaffen. Um das zu erreichen braucht
er Geschicklichkeit, Phantasie und geistige Fähigkeiten. Der Magier
verkörpert Handlung, Bewußtsein und Schöpfung. Er macht
von den Möglichkeiten des Lebens Gebrauch und verwirklicht sie
selbstbewußt.
II. Die Hohepriesterin
Ihr Wesen: Intuition, Passivität, Unangreifbarkeit,
Inspiration, Ausgleich von Gegensätzen, geheimes Wissen, Quelle
von Trost
Die Karte symbolisiert unser Unterbewußtsein.
Die Hohepriesterin in lange Gewänder gehüllt und einer Krone
auf dem Kopf sitzt sie zwischen den Säulen des Eingangs zum Tempel.
Meist sitzt sie vor einem gespannten Tuch, welches das Geheimnis des
Himmels verbirgt. In der Hand hält sie das geöffnete Buch,
sie kennt das Geheimnis, bewahrt es und wartet darauf, es weitergeben
zu können. Die beiden Säulen, eine schwarz, die andere weiß,
symbolisieren die Widersprüchlichkeit im Leben. Beide Seiten zusammen
ergänzen sich und bilden eine Polarität. Durch diese Säulen
führt der Weg des Menschen, um zur wahren Erkenntnis zu gelangen.
Hinter dem Durchgang heben sich die Gegensätze auf und der Mensch
kann einen Blick hinter den Schleier werfen. Über diesen Weg durch
Widersprüche und Unstimmigkeiten findet der Mensch zu seinem Ziel,
der inneren Mitte.
III. Die Herrscherin
Ihr Wesen: Aufrichtigkeit, Vernunft, Begriffsvermögen,
Beobachtungsgabe, Sorgfalt, Fruchtbarkeit, Schutz, Vitalität, Treue,
Weisheit
Die Herrscherin präsentiert sich auf einem einfachen
Thron sitzend, sie trägt eine Krone, die die zwölf Tierkreiszeichen
symbolisiert, und hält ein Zepter, welches die Kraft versinnbildlicht.
Ihre Halskette ist ein Zeichen von Reichtum. Die Karte verkörpert
das Symbol der Mutter, der Urmutter, die Sorge für unser Leben,
unsere Gesundheit und Vitalität trägt. Sie gebärt neues
Leben, was sich nicht nur auf den Menschen bezieht, sondern auf die
gesamte Natur, was auch das Korn, der Wald, das Wasser und der Himmel
auf der Karte verdeutlichen soll. Die Mutter schenkt dem Menschen Sicherheit
und Geborgenheit und zeigt ihm die Verbindung zu seinem Ursprung. Sie
symbolisiert auch die Jugend, die sich durch frische ungebändigte
Kraft und Naivität bestimmen läßt, weist aber gleichzeitig
daraufhin, daß jeder auf dieser Erde Pflichten zu erfüllen
hat.
IV. Der Herrscher
Sein Wesen: Führungsfähigkeit, Ehrgeiz,
Konzentration, Erleuchtung, Autorität, Eitelkeit, Stolz
Die Karte zeigt einen Mann, der auf einem Thron sitzt,
uns das Gesicht zugewandt. Sein gepflegter Bart und sein Haupthaar symbolisieren
die Weisheit. Das Zepter und der Reichsapfel in seinen Händen demonstrieren
seine Macht, so wie auch die Krone auf seinem Haupt. Man sieht ihm das
Streben nach Macht und Würde an. Im Vergleich zur Herrscherin ist
er souverän, ergänzt sie aber. Sie gelangt durch Intelligenz
zur Weisheit, sein Handeln hingegen geschieht aus Intelligenz, welche
durch die Weisheit bestimmt wurde. Er verkörpert das Gesetz und
die Grundlagen aber auch den Schutz und die Ratschläge, warnt zugleich
aber auch vor Hochmut und Eitelkeit.
V. Der Hohepriester
Sein Wesen: Glauben, Religion, Wissen, Übersinnlichkeit,
Moral, Pflicht, Autorität, Wahrheit
Hier ist der Narr bei der fünften und stärksten
Personenkarte angekommen. Der Hohepriester sitzt ehrfurchsvoll auf einem
Thron. Er verkörpert Erfahrung und Weisheit. Im Gegensatz zur Hohepreisterin
benötigt er kein Buch. Sein Zepter zeigt in den drei Querbalken
die schöpferische Kraft in den drei Welten: der göttlichen,
intellektuellen und der körperlichen Welt. Ein weiteres Zeichen
seiner Macht ist die Tiara und das Kreuz, welches er auf seiner Kleidung
trägt, ist das dritte Machtsymbol. Vor ihm knien zwei Mönche,
die man an ihren Haarkränzen erkennt und die sein Wissen und seine
Liebe empfangen. Die Karte kann dem Menschen Einblick in die Rätsel
des Lebens geben, sie ist jedoch stark von religiösen Traditionen
geprägt. Während der Herrscher Gesetze erläßt und
leitet, ist man nun auf sich gestellt, es gibt höchstens Gebote,
aber keine direkte Führung.
VI. Die Liebenden
Ihr Wesen: Zweifel, Freiheit, Gefühl, Zuneigung,
Wahl, Prüfung, Beweis, Kampf gegen Schwierigkeiten, Abwägen
Die Karte zeigt zwei Menschen in Nacktheit und Unbekümmertheit.
Sie zeigt eine große Liebeserfahrung. Der Baum der Erkenntnis
zeigt aber an, daß für diesen Schritt eine Entscheidung gefällt
werden muß. Diese Entscheidung, die einen früheren Lebensabschnitt
(Kindheit, Jugend, das Elternhaus) beendet, führt zu dieser überwältigenden
Erfahrung der wahren Liebe. Wegen der grundlegenden Entscheidung wird
die Karte manchmal auch "Die Entscheidung" genannt. Die Karte
kann aber auch Entscheidungen beschreiben, die nichts mit Liebe zu tun
haben. Dann besagt sie, daß man die Entscheidung aus dem Herzen
heraus fällen soll. Diese Karte verdeutlicht, daß die Lernphase
des Narren abgeschlossen ist. Von nun an fällt er seine Entscheidungen
allein, er träge die volle Verantwortung.
VII. Der Wagen
Sein Wesen: Herrschen, Geschäftssinn, Besitzstreben, Gelehrsamkeit,
Triumph, Fortschritt
Die Karte zeigt einen edlen jungen Mann, der auf einem prunkvollen
Wagen steht. Der Wagen wird von zwei Sphinxen gezogen. Der Mann trägt
ein Zepter oder einen Stab in der rechten Hand, welches ihn als den
Herrn seines Bereiches ausweist. Mit seinem Intellekt lenkt er den Wagen.
Er stellt eine Verbindung mit der Materie durch seinen Unterkörper
her, der aber hier nicht sichtbar ist. Hinter ihm befinden sich vier
Säulen, zwischen denen er in der Mitte steht, um ein Gleichgewicht
zwischen dem Geist und der Kraft des Handelns zu schaffen. Dieses Gleichgewicht
zeigt sich auch in dem Mond (Vergangenheit, Phantasie, Intuition, geheime
Kräfte und Träume) und der Sonne (Sieg, Feuer, Weiterentwicklung
und die Schöpfung), die er an den Schultern trägt. Die Sphinxen
und der Wagen sind ein Symbol der Beweglichkeit, auch wenn sie anscheinend
in verschiedene Richtungen laufen, kontrolliert sie der Wagenlenker
und leitet sie in die richtige Richtung. Das Symbol des Siegeswagens
soll aber nicht den Sieg über andere sondern vielmehr den Sieg
über sich selbst aufzeigen. Der Mensch hat seine Erfahrungen gemacht
und ist nun selbstständig geworden.


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