Wir stellen uns die Frage, wer sie waren, diese geheimnisvollen Gestalten des alten Keltentums? Waren sie bärtige alte Männer in langen Roben, die Zaubertränke brauten und geheimnisumwobene Mistelzweige mit einer goldenen Sichel schnitten? Oder brachten sie in Steinkreisen Menschenopfer, die sie zu blutrünstigen Magiern werden ließ?

Leider ist über die Druiden nicht viel bekannt. Es gibt über sie und ihre Taten nur sehr wenige Zeugnisse und Überlieferungen. Das hängt mit ihrer Philosophie zusammen, daß alles niedergeschriebene mit der Zeit stirbt. Deshalb gaben sie ihr Wissen nur mündlich weiter, auch wenn sie schon über ein Schriftsystem verfügten. Man weiß nur, daß sie die geistigen Führer der Kelten waren und daß sie als Gesetzgeber, Seher, Heiler, Sternkundige, Priester und Barden fungierten. Vor weit über 1000 Jahren ist das Druidentum in seiner ursprünglichen Form untergegangen. Trotzdem ranken sich viele Sagen und Mythen um diese alten Weisen. Ihre Legenden leben weiter und in der heutigen Zeit gibt es wieder viele Anhänger ihrer Naturreligion.

Die Ausbildung zu einen Druiden dauerte nicht selten 20 Jahre oder länger. Die Druiden kannten und bewahrten die religiösen und kulturellen Traditionen der Kelten. Sie waren innerhalb der keltischen Gesellschaft als Berater des Königs tätig. Ihre Ratschläge galten als unantastbar, da sie die Pläne der Götter wiederspiegelten. Andererseits mußten sie sich aber den Wünschen des Königs fügen, sofern diese nicht sittenwidrig waren.

Die Druiden lebten meist im tiefen Wald; sie zogen sich dorthin zurück, weil es dort keine anderen Menschen gab. Hier vollzogen sie ihre Rituale unter freiem Himmel und beteten ihre Götter an, ohne dafür irgendwelche Tempel zu benutzen.

Wie schon erwähnt, wurden die Lehren der Druiden nicht schriftlich niedergelegt, daher kann man über ihr Leben und Wirken nur Andeutungen und Vermutungen machen.