


Hexen sind nicht, wie landläufig verbreitet, häßliche alte Frauen mit einer Hakennase, die auf einem Besen durch die Lüfte fliegen, sondern Anhänger einer Naturreligion.Der Hexenglaube ist eine Religion; die wahrscheinlich älteste Religion der westlichen Welt. Sie unterscheidet sich aber sehr von den bekannten großen Religionen. Sie stützt sich nicht auf Glaubensregeln oder auf von einem Weisen offenbarte Schriften oder ein heiliges Buch. Sie wurzelt aus der Beobachtung der Natur, den Bewegungen der Himmelskörper, dem Wachsen von Pflanzen und dem Wechsel der Jahreszeiten.Mit der Zunahme der Christianisierung gegen Ende des Mittealters wurden die Hexen allmählich verfolgt. Die eigentliche Hexenverfolgung begann gegen Ende des 15. Jahrhunderts, als Papst Innozenz VIII. im Dezember 1484 die "Hexen-Bulle" herausgab. Im Jahr 1487 erschien der von zwei Dominikanermönchen herausgegebene Hexenhammer (Malleus maleficarum). Hiermit war ein entscheidendes Werkzeug für die Hexenverfolgung, die ihren Höhepunkt im 16. Jahrhundert fand und bis ins 18. Jahrhundert hineinreichte, geschaffen.Der Hexenglaube wurde von nun an, im stillen Kämmerlein praktiziert. Die alten Lehren wurden nur an diejenigen weitergegeben, denen man uneingeschränktes Vertrauen schenkte; meist war das nur die eigene Familie. Dabei ging vieles verloren, auch, weil sich die Hexenzirkel nicht mehr öffentlich treffen konnten und somit der Austausch von Erfahrungen fehlte. Der wahre Hexenglaube geriet allmählich in Vergessenheit.Erst in der heutigen Zeit besinnen sich viele wieder auf die alte Naturreligion und ihre Magie. |
